Freitag, 2. Oktober 2015
Blind-Portraits | Ich bin Viele - ich bin Vielfalt
Blind-Portraits | Ich bin Viele - ich bin Vielfalt
Ich habe neulich einen 1,5 stündigen Erlebnis-Vortrag über *Kunsttherapie/ Kreativität und Lebendigkeit* gehalten - im Rahmen eines medizinischen Symposiums. Dort habe ich ein theoretisch-praxisreiches, interdisziplinär angelegtes Kunsttherapie-Konzept in einer Fachklinik vorgestellt.
Dazu animierte ich zum Dialog über Lebendigkeit, zeigte diverse Medien - eine Sprach-Audio-Aufnahme eines biographischen Patienten-Gespräches, ein Lied zum Mitsingen, einen Gedicht-Film.
einladen - ermutigen - inspirieren (nach Prof. G. Hüther)
Im zweiten Teil des Vortrages gab es auch ein Praxis-Setting - ausgehend vom Gedicht-Film habe ich mir das Thema *Leben ist Wandel - jedes Ich sucht ein Du* herausgepickt, und die TeilnehmerInnen erst sich selbst - blind, OHNE auf das Papier zu blicken - um sodann auch den Nachbarn - OHNE auf das Papier zu blicken - zu zeichnen. Jedes Porträt bekam einen schnell gewählten Titel - als einzelnes Wort oder auch ganzem Satz! Ganz nach Belieben!
Da ich den TeilnehmerInnen zeigen wollte, wie das konkret aussehen kann, hatte ich ein Blind-Portrait mit Edding (mit nur geringer Verschönerung) von mir vom Beginn des Tages mitgebracht. Das Experimentieren führte zu viel Lachen und Leichtigkeit.
Nun hatten die Dialog-Partner/ Nachbarn jeweils zwei Porträts vor sich - insgesamt vier mit auch jeweils einem Titel. Nun sollten sie sich anhand der Porträts mitsamt Titeln Gedanken machen, in welchen Film oder Buch sie denn zusammen spielen würden. Ich ermunterte sie, vor die TeilnehmerInnen nach vorne zu treten, um gemeinsam ihre brandneue Idee vorzustellen!
Bei einem Pärchen gab es statt einem Filmtitel einen Liedtitel! Künstlerische Freiheit begrüße ich immer!
In diesem Sinne möchte ich mich auch noch mal bei allen mutigen TeilnehmerInnen des Erlebnis-Vortrages bedanken!
Schön, dass Ihr da wart und mitgemacht habt!!!
+
Diese Porträts führe ich nun weiter - jeden Tag eines,
seit dem Vortrags-Tag am 25.09.2015.
Methodisches
Ich arbeite zuerst mit Ertasten des Gesichtes und auch Erfühlen, was an Stimmung und allerlei Merkwürdigkeiten in und an mir ist. Dann hurtig und mutig - in einem Schwung - OHNE NACHZUDENKEN und auch OHNE AUF DAS PAPIER ZU BLICKEN auf das Papier.
Das tut ungemein gut. Es gibt KEINEN LEISTUNGSANSPRUCH, nur die pure Freude am Tun.
Dann *verschönere* ich mit Aquarellstiften und Wassertankpinsel, mit wilden Ölkreiden und anderen Neonstiften. Alles relativ schnell und OHNE ZENSUR.
(Hier kann natürlich alles verwendet werden, was man zur Verfügung hat. Ich liebe Neon, weil es aus dem Bild *ausbricht*!)
Dann erfolgt noch ein Titel, den ich wiederum schnell und intuitiv wähle. Bloß nicht zu viel nachdenken - einfach machen! Was man sieht, schreibt man auf!
Ich liebe diese Herangehensweise!
Sie macht mich sehr frei! Ob gut oder schlecht, schön oder häßlich ist völlig egal! :)
Und das sind sie nun - meine *Gunillen und Lumis* - jeden Tag eine...mal sehen, wie lange ich das durchhalte...sie sind wunderbar skurril!
Was es bisher schon bewirkt hat
+
jeden Tag ein Selbst-Porträt - Ernstnehmen der Aufgabe, Erfahren von eigener Disziplin und Freude am wild-buntem Ergebnis - wie eine bunt-zusammengewürfelte Familie!
+
Vielfalt der verschiedenen Ausdrücke und ein Erspüren, wie viele unendliche Möglichkeiten es gibt, sich selbst zu erfahren und zu gestalten - allein mit dieser Methode.
+
Entdeckung der umfangreichen Sinnlichkeit des Gesichtes durch Ertasten und Erspüren - Ecken und Kanten, Weichheiten, Längen und Formen etc.
+
Es ist ein bißchen wie ein Orakel: Wenn morgens gemalt, zeigt es mir, mein Gestimmtsein für den Tag. Wenn Abends gemalt, zeigt es eine Art Stimmungs-Resümee des Tages.
+
Vielfalt an Poetischen Begriffen zum Weiterspielen - wegen der gefundenen Titel.
Daraus könnte ich Gedichte, Geschichten, Collagen-Serien uvam. gestalten.
---- Entdeckung eines nahezu unendlichen Möglichkeiten-Spektrums an Selbst-Ausdrücken!
*Ich bin das Alles und noch viel viel mehr...in mir steckt so viel...
Welch' ein Wunderwerk Mensch - Halleluja!*
Herzlich Ihre erfreute
Gunilla Göttlicher alias Lumi Divinior
+++
Die Blind-Portaits auf meiner flickr-Plattform
https://www.flickr.com/photos/125515881@N03/albums/72157659339250612
serie Blind-Portraits
Beginn: 25.09.2015
Edding, Aquarellbuntstifte/ Wassertankpinsel, Ölkreide und Neonstifte auf Kopierpapier.
Titel der Werke
+ GLOTZAUGE - 25.09.15
+ AUGENSCHLANGE - 26.09.15
+ INSELICH - 27.09.15
+ DIE SCHWIMMERIN - 28.09.15
+ LAUSCHER - 29.09.15
+ DRITTE LIPPE - 30.09.15
+ SCHMETTERLINGSSCHLAF - 01.10.15
Dank an Fr. G für die Vortrags-Bilder! Blind-Portrait-Bilder by me!
Samstag, 25. Juli 2015
Serie JA zum Leben! | Gedanken zu mir und der Welt
Serie JA zum Leben! | Gedanken zu mir und der Welt
Be a lamp, or a lifeboat or a ladder. Help someone's soul heal.
Rumi
Die eigene Skulptur
freilegen oder: Vom Willen, zu sich selbst zu kommen
Was mich schon so lange beschäftigt, ist das Phänomen, dass selbst akademisch gebildete Menschen in therapeutischen Berufen, in ihrer Wahrnehmung, so intensiv eingeschränkt sein können, und ihre individuell angelegten Erfahrungs-Muster unreflektiert auf andere projizieren. Ich persönlich wollte dieses Phänomen lange nicht wahrhaben. Ich dachte, das kann es nicht geben, weder bei mir noch bei Anderen.
Ich habe lange geglaubt, dass sog. gebildete Menschen, studierte Akademiker v.a. der therapeutischen und kulturellen Berufe, irgendwie anders ticken, vielleicht gar reifere oder zumindest reflektiertere Menschen sein müssten, als Otto-Normal-Verbraucher. Zumindest entsprach das dem Bild, das mir seit meiner Kindheit vermittelt wurde.
Ideal-Ich versus
erwachsenes Individuum
Heute weiß ich, das stimmt so nicht. Ich habe über die Zeit durch viele wertvolle Erfahrungswerte anerkannt, dass es nicht so sehr auf die hochgehaltene äußere Bildung, sondern die innere, die emotionale Bildung und Intelligenz (Herzens-Bildung) ankommt, der man durch gelebte und reflektierte Erfahrung mit Anderen näherkommen kann. Es gibt sehr viele Therapeuten, die gerne und gut anderen helfen, sich aber selbst kaum wirklich helfen können, da sie keine Hilfe annehmen dürfen und können. Sie kreisen in ihrem Ideal-Ich (in verschiedenen „Rollen“) um sich selbst und lassen keine wirkliche Entwicklung zu, obwohl sie nach Außen so-tun-als-ob. Ich kenne mittlerweile davon zahlreiche Beispiele, und bin darüber immer noch erschüttert. So tief sitzt der eigene Stachel und Schmerz, so tief ist die Verletzung, dass ein Seins-Ideal (Ideal-Bild oder Ich-Ideal) besser zupass kommt, als das eigentlich verletzte Kleine, vielleicht gar früh traumatisierte Kern-Selbst.
Das Buch „Die narzisstische Gesellschaft – Ein Psychogramm“ von H.J. Maaz brachte mir da noch mehr Gewissheit und Klarheit rein, dass auch und gerade die Mächtigen, auch Ärzte und Therapeuten neben Politikern, Managern etc. ihr idealisiertes Größenselbst (auch möglich: Größenklein als ewige Verlierer und damit Opfer) ausleben:
„Menschen mit narzisstischen Störungen brauchen problematische und leidvolle gesellschaftliche und soziale Verhältnisse, die ihnen helfen, ihr wirkliches Leid zu vertuschen und zu vergessen.“ (H.-J. Maaz, Die narzisstische Gesellschaft, S. 85).
Auch ich kenne diese Thematik gut – bis heute und ich denke bis an mein Lebensende. Ich kann mich erinnern, dass meine Welt mit 23 Jahren wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen ist – in der Therapie, die ich wegen anhaltender Depression mit Suizidgedanken aufsuchte und auch im Gesangsunterricht, den ich wahrnahm, um meine Stimme zu finden. Im Gesangsunterricht wurde es mir besonders deutlich: da ich den Gesangslehrer gewechselt hatte, weil ich mit meinem vorherigen nicht weiterkam, wurde mir in den Stunden mit dem neuen Lehrer und seiner besonderen Methodik bewusst, was er mit meiner Stimme, durch die vielen Übungen hindurch, tat: Er nahm sie buchstäblich auseinander – viele einzelne Puzzleteile gab es, die irgendwie falsch zusammengesetzt waren und neu zusammengesetzt werden mussten.
So kam ich mir dann auch generell vor: meine Puzzleteile – meine eingeprägten Erfahrungen und daraus resultierenden Glaubenssätze, mussten radikal hinterfragt und ob ihrer Richtigkeit für mich heute abgeklopft werden. Alles war da, das beruhigte mich ungemein, aber die Skulptur, die sich daraus ergab, erschien irgendwie unproportional unstimmig zu sein. Irgendwie noch eine Art künstliches Selbst, nach Alice Miller „Als-ob-Persönlichkeit“ oder auch falsches Selbst. Es schien darum zu gehen, sich seine eigene Wahrheit anzuerkennen, sein Bild von sich selber einem Wahrhaftigkeits-Check zu unterziehen. Bin ich das, was ich von mir denke, wirklich? Wenn ja, wie kann ich das erst mal anerkennen und anschauen und mich dann weiterbewegen, weiter zu mir selbst? Vielleicht bin ich ja noch viel mehr, als ich mir heute vorstellen kann?
Das Ideal einer Mutter
und das schwarze Schaf der Familie
Das ist im Großen und Ganzen auch heute noch so. Das reale mütterliche Verhalten mir als Tochter gegenüber kann sich keiner aus meiner Familie anschauen, ohne es sofort mir zuzuschreiben. Das ausgeprägte Schwarz-Weiß-Denken der Mutterfigur wurde unhinterfragt vom Rest der Familie übernommen. Es hätte, bei Eingeständnis eines Fehlers, den Zusammenbruch ihres Ideal-Bildes der Mutter-an-sich und der Familie bedeutet, wieder eine schwankende Kartenhaus-Konstruktion. Eine weitere Entwicklung ist abzuwarten - ich bin dran und beschreite vielleicht mal neue Wege. Auch hier greift die Idee der transgenerationalen Weitergabe von Trauma – wenn es unhinterfragt und nicht emotional durchgearbeitet wird, entsteht in der Familie viel Leid.
Ganz ähnlich fand ich es auch in der Geschichte der Psychologin und Kindheitsforscherin Alice Miller, einer auch von mir fast idealisierten Autorin, deren Schriften über Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung wie „Das Drama des begabten Kindes“ (1979) und „Am Anfang war Erziehung“ (1980) u.a. ich gerne lese, ernst nehme und rezitiere; von der ich in dem Buch ihres Sohnes ihre wahre und rekonstruierte Geschichte erfahren durfte – wie sehr sie bei ihrem eigenen Sohn Vernachlässigung und auch schweren Missbrauch betrieb, und der auch erst ein wütendes Rache-Plädoyer gegen seine Mutter entwarf und dann nochmals, angeregt durch eine emphatische Verlegerin, seine wahre und mittlerweile reflektierte Geschichte erzählte. Martin Miller bringt das Kunststück fertig, die eigentliche und von ihr sorgsam verschwiegene Geschichte seiner Mutter zu erzählen, nichts zu beschönigen und auch von einer transgenerationalen Weitergabe von Trauma zu sprechen (Martin Miller: Das wahre 'Drama des begabten Kindes'. Die Tragödie Alice Millers – wie verdrängte Kriegstraumata in der Familie wirken.“)
Die vielen Facetten einer
Mutterfigur und der Wille zur Freiheit
Heute kann ich immer mehr mein Leben sehen, als ein Leben zur persönlichen Freiheit hin. Und mir ist es wichtig und wesentlich geworden, meine eigenen und wahrhaftigen Puzzleteile zu sehen und zu begreifen, und immer mehr zu meinem Leben zusammensetzen zu können.
Meine eigene Wahrheit ist, bei Lichte betrachtet, berührend. Immer mehr kann ich mich an meine Hand nehmen und mir mich zeigen, mich von mir selbst berühren lassen. Ich habe begriffen, dass es darum geht, mir selbst eine liebende Mutter und Schwester zu sein, auch wenn ich viel von Außen an Input einholen muss, weil es mir noch immer als Phänomen neu ist.
Das Bild der bedingungslos liebenden Mutter, der Großen Mütter der Urreligionen wie Inanna (sumerisch), Ishtar (babylonisch) und Astarte (phönizisch), dann der christianisierten Maria und Maria Magdalena oder auch Shakti (Sarasvati, Lakshmi, Parvati), ist mir nicht so vertraut wie das der kämpfenden Durga und der zerstörerischen Kali. Dennoch weiß ich mittlerweile, dass es in mir eine warme und lebendige Mütterlichkeit gibt, für mich und auch für Andere.
Darüber hinaus, und das beeindruckt mich besonders, hat Frau, habe ich noch viele andere weibliche Archetypen in mir, die ich aufspüren und entdecken darf. Eine liebe Freundin gab mir ein Buch mit dem schönen Titel „Königin und wilde Frau“ zu lesen, und es ist herrlich, was es dort alles zu entdecken gibt: Linda Jarosch und Anselm Grün beschreiben darin weibliche Archetypen anhand biblischer Frauengeschichten. Dennoch kommt auch das Heidnisch-Weibliche nicht zu kurz. Beschrieben werden 14 Frauenarchetypen – von Debora, der Richterin, über Esther der Königin, hin zu Eva der Mutter, zu Maria Magdalena, der leidenschaftlich Liebenden bis hin zu Tamar, der wilden Frau.
Aber darüber schreibe ich ein nächstes Kapitel – es gibt ja so viel in sich, in Anderen und in der Welt zu entdecken!
Glückauf, Ihr Lieben!
HerzLicht
Gunilla Göttlicher
am 25.07.2015
Bilder (Collagen) by *Die Welt der Lumi Divinior by Gunilla Göttlicher*
Donnerstag, 25. Dezember 2014
Frohlockende Weihnachts- und Rauhnächtezeit | wünscht Gunilla Göttlicher
Frohlockende Weihnachts- und Rauhnächtezeit |
wünscht Gunilla Göttlicher *praxis für ästhetische erfahrung
Man muß nie verzweifeln, wenn einem etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen. Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, dem gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt.
Rainer Maria Rilke
(1875 - 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria, österreichischer Erzähler und Lyriker
Quelle: Brief an Friedrich Westhoff, 29. April 1904
Bilder: GG
Sonntag, 28. September 2014
In eigener Sache | Ausstellung MOND im ututut
Mehr unter http://divinior.blogspot.de/2014/09/ausstellung-mond-im-ututut-berlin-2609.html
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In eigener Sache | Ausstellung MOND im ututut
26.09.-08.10.2014
Einladung zur Ausstellung
MOND - Von Heiligen und anderen Dunkelheiten
Mehr dazu auf dem Blog
*Die Welt der Lumi Divinior*
http://divinior.blogspot.de/2014/09/ausstellung-mond-im-ututut-berlin-2609.html
im ututut
http://www.ututut.berlin/
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Donnerstag, 24. Juli 2014
In eigener Sache | art by Lumi Divinior - Plattformen
In eigener Sache | art by Lumi Divinior - Plattformen
*flickr, Dawanda, artoffer & Co.*
Ich freue mich, dass ich langsam mit einem neuen art-Auftritt der Welt der Lumi ivinior by Gunilla Göttlicher aufwarten kann...
Plattform für Bilder
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+++ Von Fischen +++ by Gunilla Göttlicher
Fische
schwimmen im Wasser
hin und her
wenn ein Angelhaken kommt
denken sie ersteinmal
über dessen
tieferen Sinn
nach
Erinnerung an Finnland, 2009
























