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Sonntag, 19. Februar 2012

ATELIER DES GLÜCKS | Psyche & Soma I.



KUNST  training | coaching | therapie  SPIEL


 

ATELIER DES GLÜCKS | Psyche & Soma I.- oder auch: "Ich stelle mich mir ... !"


Über Psychosomatik und die Tendenz in bestimmten Situationen zu Somatisieren ...


"Krankheit ist der Ort, wo man lernt." | Blaise Pascal


Von der Klientin gewünschtes Thema: "Meine Somatisierung" 
 Das Thema kam in einem unserer Kunsttherapie-Resümé-Settings als Wunschthema auf. Die Klientin sollte sich daraufhin im Vorfeld als "Hausaufgabe" mit ihrer Somatisierungstendenz auseinandersetzen - genau aufschreiben, was sie wann in welcher Situation (zu welchem Zweck?!) an physischen Symptomen entwickelt hat. Mit diesem Erfahrungsschatz ausgerüstet konnte es dann losgehen. 

Ihr aktuellstes Symptom war eine 4-5 Tage andauernde Magenverstimmung, die sie schon seit Längerem an sich beobachten konnte, und einst als eine Art "Lebensmittelvergiftung" beschrieb. Sie beobachtete sich dennoch und hinterfragte die besondere Situation: Sie aß gegen 19:00 Uhr zu viel zu fett (Tortellini in Sahnesoße, angereichert mit hoch%igem Schmelzkäse etc.) - wollte sich eigentlich was Gutes tun und erreichte das Gegenteil. Des Nachts kamen dann noch Rückenschmerzen dazu, so dass ihr Schlaf beeinträchtigt war. Es stellten sich daraufhin Gefühle von ...
+ Ärger: "Ich hab so viel gegessen...!"
+ Wut: "...auf das Scheißleben, das mir nie was Gutes gönnen will...!", ebenso ein
+ Trotz: "Immer ich...!"/ und ein "Schon wieder...!

Die Folge war eine Art Verweigerungshaltung, ein Trotzverhalten, so dass sie sich selbst fast nicht mehr beruhigen konnte, und immer mehr in die Trotz-Thematik gedanklich hineindrehte (Spiraldenken). 

"Krankheit ist der Aufschrei einer beleidigten Seele." | Peter Altenberg


 Künstlerischer Prozess
 Die Klientin entschied sich für's Malen mit Acrylfarben. Sie fing an, unterschiedlich breite gekräuselte Striche in den Farben Mint, Schwarz, Signalrot, Orange und verschiedenen Blautönen zu gestalten. Ich fragte sie, ob ich ihr wieder Informationen "zuspielen" dürfe (Collage-Elemente etc.) Parallel dazu fing ich an, aus einer Zeitung (wunderbar geeignet: Neues Berliner Straßenmagazin "StreetMag #"!) ihr verschiedene Zeitungsbilder hinzulegen. Zudem klebte ich ein großes Titelblatt auf ein Papier, welches sie auf dem Kopf stehend sah. Rein ästhetisch/ farblich passte es hervorragend zu ihrer Komposition, und sie nahm es gerne als ein weiteres Kopf-Bild zu ihrem Streifen-Bild hinzu. Des weiteren schnitt ich ihr eine weibliche Figur á la Giger aus, eine Vintage-Jungenfigur im Stil der 40/50er Jahre in Schuluniform, eine Bronzeskulptur und zum Schluß noch einen von mir fotografierten Kaugummiautomaten aus der Kreuzberger Umgebung. Diese Elemente fügten sich auf wundersame Weise in ihre vorhandene Streifen-Komposition ein. Es passte alles "wie angegossen". Sie nahm lediglich Angleichungen bzw. leichter Veränderungen mit Acrylfarbe vor. Sie konnte alle Elemente integrieren und mit allem gleich etwas anfangen. Hier einige ihrer Assoziationen:

+ Großes Frauenbild "Maria Mia": "Ich hab' mein Leben schon genossen...und vermisse diesen lebenslustigen Aspekt!" (Sucht, Laszivität/ Sexy-Sein, scheinbare Unbekümmertheit, Verführung etc.) 

+ Vintage-Junge: "Der Tod und der Vater sind nicht weit voneinander entfernt...!", "...Vater war mal jung...macht mich bewegungslos...!" - Assoziation zu ihrem jüngst verstorbenen Bruder - "Ich will aber leben...!"

+ gezeichnete Frau á la Giger: "Wie tot!...Lebendig begraben...!" Die Klientin beschreibt ihren oftmals destruktiven Umgang mit Männern, mit denen sie in Beziehung trat. 

+ Kaugummi-Automat: Körperliche Symptome schicksalhaft wie machtlos aus dem Automaten (Leben) gezogen...

Fragen und auch Erkenntnisse/ persönliche Wahrheiten, die die Klientin daraufhin selbst entwickelte
+ Frage: Vater? Was genau hat er für eine Rolle in meinem Bild/ meiner Geschichte?
+ Stilles Bedürfnis: "Ich vermisse den Genuß-Aspekt...!
+ Erkenntnis 1: Persönliche Entlastung/ "Sekundärer Krankheitsgewinn" durch Sexy-Sein/ Verführung und/oder der eigenen Psychosomatik (Fühlen): Entwicklung von Sucht-Struktur "Wenn ich sexy bin/ ein körperliches Symptom entwickele, dann bekomme ich, was ich will [Liebe/ Zuneigung/ Gesehen/Wahrgenommen-Werden etc.] und fühle mich entlastet..."
+ Erkenntnis 2: Erkennen von eigenem Trotzverhalten...
+ Erkenntnis 3: Zusammenhang zwischen "Tod - Vater - Bruder - Tochter" und des wesentlichen Motivators dabei "Ich will leben!
+ Erkenntnis 4 und Möglichkeit an inneren Bildern zu arbeiten: Veraltete innere Männer-Bilder - Möglichkeit mit der Cinetherapie (geeignete Filme als Therapeutikum) zu arbeiten.
+ Erkenntnis 5: "Menschen kann man richtig lieben lernen...!"


Ich liebe mich in diesem jetzigen Augenblick - ich will damit nicht warten, bis ich abgenommen oder einen neuen Liebhaber oder dies oder jenes gefunden habe. Dieser Moment ist meine Wirklichkeit und ich weiß, allein hier und jetzt ist der Zeitpunkt, zu dem ich anfangen kann, mich so zu lieben und anzunehmen, wie ich bin. Bedingungslose Liebe ist Liebe ohne Erwartungen, und auf diese Weise will ich mich lieben. Bedingungslose Liebe bedeutet, alles so anzunehmen, wie es ist."
Louise L. Hay, Meine innere Weisheit, Meditationen für Herz und Seele


Hausaufgabe
+ Weitere Beschäftigung mit dem Bild-Komplex - Assoziatives Schreiben ins eigene Buch. 
+ Da die Klientin auch zum Systemischen Familienstellen geht, die Aufforderung mitsamt Bildern in die Aufstellung zu gehen und auch die Bilder-Thematik aufstellen zu lassen. 
+ Cinetherapie: Ich gebe zwei Filme mit evtl. anderen Männerbildern zum Anschauen, Eintauchen und danach Diskutieren, mit. Fokus: Neue, evtl. neue und ungewöhnliche Männerbilder zu studieren. 
+ Bitte, das nächste Mal die Bilder wieder mitzubringen...


Ausblick
+ beim nächsten Mal wollen wir an den Bildern weiterarbeiten...hier steckt noch sehr viel an Erkenntnispotential drin...


Feedback der Klientin 
 "Meine Reflexion: Die Auseinandersetzung mit meiner Psychosomatik hat viel in Bewegung gebracht. Ich sehe meinen verstorbenen Vater als Jungen, unschuldig und unbedarft. Es schnürt mir die Luft ab, der Tod schaut mir ins Gesicht. Es besteht jedoch keine unmittelbare Gefahr, eher eine Art Unbeweglichkeit, etwas, das mich nicht leben lässt, eine Altlast, die ich trage. Die junge Frau, könnte meine Jugend symbolisieren, in der noch alles vor mir lag. Liebe Gunilla es arbeitet weiter in mir, es ist an der Zeit, mit deiner Unterstützung bearbeitet zu werden."

Impressionen










Inspiration: Text 
Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren... Ich bin hoffnungslos.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert ewig, da wieder herauszufinden.

Ich gehe dieselbe Straße.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als ob ich es nicht sehe.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann es kaum glauben, daß ich wieder an derselben Stelle bin.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Es dauert immer noch lange, wieder herauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe, daß es da ist.
Ich falle immer noch rein... aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen,
Ich weiß, wo ich bin.
Ich bin selbst schuld.
Ich steige augenblicklich heraus.

Ich gehe dieselbe Straße.

Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

Ich gehe eine andere Straße.


Aus: Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben
von Sogyal Rinpoche
 
praxisorientierte Literatur-TIPPS: subjektive Auswahl
+++bitte einfach forschen, welch' Titel der Autoren am meisten zusagt - es gibt so viele inspirierende Schriften+++

+ Rüdiger Dahlke: v.a. Krankheit als Symbol - Handbuch der Psychosomatik - Symptome, Be-Deutung, Bearbeitung, Einlösung 
+ Rüdiger Dahlke: Die Notfallapotheke für die Seele: Heilende Übungen und Meditationen u.a. 
+ Verena Kast: v.a. Vater-Töchter Mutter-Söhne: Wege zur eigenen Identität aus Vater- und Mutterkomplexen
+ Verena Kast: Der Schatten in uns - Die subversive Lebenskraft
+ Louise L. Hay/ Viktoria Renner/ Karl F. Hörner: Gesundheit für Körper und Seele u.a. 
+ Irvin D. Yalom: v.a. Die Liebe und ihre Henker & andere Geschichten aus der Psychotherapie
+ Luise Reddemann: Eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt - Seelische Kräfte entwickeln und fördern
+ Sogyal Rinpoche: Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben u.a.


pics by GG | thanks web for pics: goldfish


Samstag, 31. Dezember 2011

Mein TIPP! | MUSIK! - media vita in morte sumus - IOCULATORES


KUNST training | coaching | therapie SPIEL




Mein TIPP! | MUSIK!

media vita in morte sumus - IOCULATORES
Ein Spiel um die letzten Dinge - A game of death and the life to come - Un jeu médiéval des fins dernières 



Ein Spiel um die letzten Dinge

IOCULATORES


Mittelalterliche Musik um Tod und Schicksal, 10. - ­ 15. Jahrhundert


Totentanz | Berlin, Marienkirche


media vita in morte sumus [Freie Übersetzung: "Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben". Beginn einer lateinischen Antiphon, die Notker I. zugeschrieben wird von ca. 750 n.Chr. aus Frankreich. Die Antiphon wurde u.a. von Martin Luther 1524 ins Deutsche übertragen] - im Leben des mittelalterlichen Menschen war der Tod allgegenwärtig. Ausgehend von den christlichen Hoffnungen auf ein Leben im Jenseits, entwickelten sich umfassende Bilder vom Tod: 
Fegefeuer, Jüngstes Gericht, Seelenheil im Himmel, Liebes-und Märtyrertod. Im Spätmittelalter entstand daraus in Dichtung und Musik eine Kultur des "schönen Todes". 

 Hör- und Totentanzbeispiel(e): http://www.youtube.com/watch?v=UbqyIxcLwjo

Die IOCULATORES haben die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Tod im Mittelalter in diesem Programm kaleidoskopartig zusammengestellt. Während der CD-Einspielung in der romanischen Klosterkirche zu Thalbürgel arbeitete das Ensemble mit variablen Spielorten. Durch diese veränderlichen Klangräume, die natürliche Klangkulisse und die gesprochenen Texte gewinnt die Aufnahme zusätzlich den Reiz eines Hörspiels.


"Mit viel Phantasie nähern sich die Musiker den Totentanz-Melodien auf Fidel, Harfe oder Laute, mittelhochdeutsche Spruchdichtung zur Vergänglichkeit der Welt - eine phantastische Klang-Reise ins Damals und Jenseits."    SCALA/WDR 5

 
Memento mori/ Gedenke, dass Du sterben musst - Vignette aus der Leichenpredigt auf Johanna Maria

 

Mehr unter www.raumklang.de | Raumklang 2004 

+++

GG über media vita in morte sumus - IOCULATORES

"Meine unbedingte Empfehlung für alle die, die sich für die Vergänglichkeit allen Lebens und damit des LEBENS selbst, ebenso für die Spielarten der Vergangenheit begeistern können! Ich erstand diese wunderbar lebendige CD in einem herrlichen Laden namens "Brotlose Künste aller Art", als wir in Naumburg Uta & Reglindis besuchten und im "Onkel Ernst" (Pension) Unterschlupf fanden! Nun kann ich nicht mehr aufhören, mit ihr ins Leben einzutauchen...! DANKE!

+

Begriffe

+ Memento mori
+ Vanitas
+ Totentanz
+ Was ist der „Schatten“? - Der Schatten als das Fremde (nach C.G. Jung und Verena Kast) 

Memento mori
Der Ausdruck Memento mori entstammt dem mittelalterlichen Mönchslatein, wo er vermutlich verballhornt wurde aus Memento moriendum esse, also: „Sei eingedenk, dass du sterben musst“. Er ist ein Symbol der Vanitas, der Vergänglichkeit und war wesentlicher Bestandteil der cluniazenischen Liturgie.

Memento mori darf nicht mit einem Totenkult, Ahnenkult oder gar Todeskult und der vor allem für die Romantik typische Ewigkeitssehnsucht verwechselt werden. Auch der alte römische Brauch, dass hinter einem siegreichen Feldherrn, dem ein Triumphzug gewährt worden war, ein Sklave oder Priester stand, der ihm einen Lorbeerkranz oder die Jupiter-Tempel-Krone über den Kopf hielt und ihn dabei ununterbrochen mahnte: „Memento moriendum esse!“ (deutsch: „Bedenke, dass du sterben musst/sterblich bist!“), gehört als Warnung vor der Hybris, sich für göttlich zu halten, nicht in diesen geistigen Zusammenhang.

Vanitas
Vanitas (lat. „leerer Schein, Nichtigkeit, Eitelkeit“; auch „Lüge, Prahlerei, Misserfolg oder Vergeblichkeit“) ist ein Wort für die jüdisch-christliche Vorstellung von der Vergänglichkeit alles Irdischen, die im Buch Kohelet im Alten Testament ausgesprochen wird (Koh. 1, 2): „Es ist alles eitel“. Diese Übersetzung Martin Luthers verwendet „eitel“ im ursprünglichen Sinne von „nichtig“.

Vanitas-Motive zeigen, dass der Mensch keine Gewalt über das Leben hat. Am auffälligsten sind Bilder des Vergangenen und des Vergehenden wie Schädel oder Sanduhr. Auch Texte oder Musik machen das Vergangene und Vergehende zum Thema. Im einfachsten Fall handelt es sich um eine Darstellung, die deutlich macht, dass sie ein Abwesendes präsentiert. Diese Absenz in der Präsenz ist ein Paradoxon, das in der neuzeitlichen Kunstgeschichte und -theorie immer wieder aufgegriffen wird.

Mit dem Aufstreben der Vanitas seit der Renaissance wird ein Konflikt zwischen Mittelalter und Moderne – der Zwiespalt zwischen menschlicher Demut und menschlichem Selbstbewusstsein – auf die Spitze getrieben. Er erreicht einen Höhepunkt in der Zeit des Barocks. Das Kunstwerk gesteht oder rechtfertigt seine eigene Eitelkeit. Vom späteren 18. Jahrhundert an gewinnt die Befreiung von der Demut die Oberhand: die Ansicht, dass Menschenwerk nicht eitel sein müsse. Seit etwa 1760 wird die Überwindung der Vanitas ins Zentrum einer bürgerlichen Hochkultur gerückt und ältere Vanitasmotive werden häufig einer geringer geschätzten Populärkultur zugerechnet.

Totentanz
Der Totentanz (französisch Danse macabre) ist die seit dem 14. Jahrhundert aufgekommene Darstellung der Gewalt des Todes über das Menschenleben in allegorischen Gruppen, in denen die bildliche Darstellung von Tanz und Tod meist gleichzeitig zu finden sind.
 http://de.wikipedia.org/wiki/Totentanz


Was ist der „Schatten“? - Der Schatten als das Fremde
Es sind die Teile unserer Persönlichkeit, die wir so verabscheuen, dass wir sie unbewusst verstecken und verleugnen. Der Schattenbereich enthält jene Aspekte, von denen wir glauben, dass sie nicht akzeptabel sind. Die Botschaft, die wir von dort bekommen ist deutlich: „Es stimmt etwas nicht mit mir. Ich bin nicht in Ordnung. Ich bin nichts wert.“ So sind wir ganz sicher, dass Schreckliches in unseren Tiefen verborgen liegt und entscheiden instinktiv, niemals mehr nachzusehen. Wir haben Angst vor uns selbst und tragen von dem Zeitpunkt an eine Maske. Und die kann so perfekt sein, dass wir ihre Existenz völlig vergessen.
C. G. Jung war einer der ersten Therapeuten, der den dunklen Bereich in uns entdeckte: „Der Schatten ist alles das, was du auch bist, aber auf keinen Fall sein willst.“ Er ist wie ein langer Sack, den wir hinter uns herziehen. Die Angst vor dem Themenkreis Sterben/ Tod/ Trauer gehört zu unseren kollektiven Schattenthemen. Nach Verena Kast geht es darum, eine Schattenakzeptanz zu entwickeln - zu begreifen, dass im Leben das Helle und das Dunkle zusammenspielen. Dazu ist es für jedermann/frau günstig, langsam aber stetig den eigenen/ kollektiven Schatten anzunehmen, d.h. eine Schattensensibilisierung zu entwickeln, so dass wir lernen, mit unserem schattenhaften Aspekten verantwortlich umzugehen. 
Lit.: Kast, Verena: Der Schatten in uns - Die subversive Lebenskraft. München, 2010.  



Wolgemut, Tanz der Gerippe, 1493



Schlußstück

Der Tod ist groß [...] 
Wenn wir uns mitten im Leben meinen/ 
wagt er zu weinen/ 
mitten in uns".

Rainer Maria Rilke


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Sonntag, 20. März 2011

ATELIER DES GLÜCKS | Träume leben!


KUNST training | coaching | therapie SPIEL 


+++ Postbaustelle +++

ATELIER DES GLÜCKS | Träume leben! - Lichtspiralenblick


Künstlerischer Prozess | Materialien 
Teilnehmerin bringt Wut/Angst/Trauer-Thematik mit -
Konfrontation (+ Bewusstwerdung eines bekannten Zustandes)
mit einem Gedicht! - was wirkt nach? - Das persönlich Wesentliche ausdrücken (Stimmung) *die graue Stimmung/ wie fahle Bauten stehen meine Träume am Strand + die Gegenseite* - mit verschieden farbigen Papieren (verschied. haptische Qualitäten) - Uhu & Schere (auch: gerissen) - Anschauen & Kreatives Schreiben - gemeinsame Reflektion - Idee der Vorbereitung auf das nächste Mal ...


Inspiration | Gedicht von Hans Arp
Hans Arp: Wortträume und schwarze Sterne. Auswahl aus den Gedichten der Jahre 1911 – 1952. Limes Verlag Wiesbaden/ München.
http://leoauri.com/2011/gunilla-goettlicher/ : siehe Performance-VIDEO "Die graue Zeit"

    DIE GRAUE ZEIT 
Ich fühle, wie die graue Zeit durch mich zieht.
Sie höhlt mich aus.
Sie bleicht meine Träume.
Sie zieht schon so lange durch mich.
Ich liege am Strand eines ausgeflossenen Meeres,
am Rand einer ungeheueren Muschel.
Es zerbröckelt, es verwittert um mich
und rinnt in die Tiefe.
Langsam zerfällt der Raum.
Ich liege am Strand eines ausgeflossenen Meeres,
am Rand einer ungeheueren Muschel.
Ein Mond glänzt darin.
Ein großes Auge,
eine große Perle,
eine große Träne glänzt darin.
Ich fühle, wie die graue Zeit durch mich zieht.
Sie zieht schon so lange durch mich.
Sie höhlt mich aus.
Sie bleicht meine Träume.
Ich erschauere und bebe.
Ich verwittere.
Wie verlassene, fahle Bauten stehen meine
Träume am Strand
eines ausgeflossenen Meeres,
am Rand einer ungeheueren Muschel.
Die Monde, Augen, Perlen, Tränen zerfallen.
Ich fühle, wie die graue Zeit durch mich zieht.
Ich träume schon so lange.
Ich träume mich grau in graue Tiefe.


Impressionen





Feedback der Teilnehmerin

"Liebe Gunilla,
danke für den inspirierenden Abend, hat mir geholfen, wieder etwas mehr bei mir anzukommen und zu erkennen, dass meine Träume gelebt werden wollen!"


pics by GG | thanx web for pics

Samstag, 1. Januar 2011

BuchTIPP! | Der Schatten in uns - Die subversive Lebenskraft


KUNST training | coaching | therapie SPIEL


Meine besondere Empfehlung...

Ein absolutes MUSS für Jede/n, der gut und v.a. ganz leben will! 

"Erhellend und ebenso erschütternd... !"


BuchTIPP! | Der Schatten in uns - Die subversive Lebenskraft von Verena Kast



Text-Rückseite des Buches

Die andere Hälfte unserer Persönlichkeit: unangenehm, aber vitalisierend!

Verena Kast eröffnet uns den Zugang zu der unbequemen anderen Hälfte unseres Selbst: unserem "Schatten". Wenn es gelingt, das Ungeahnte und Ungelebte, das er birgt.wahrzunehmen und zu akzeptieren, entwickelt sich der Schatten zur subversiven Lebenskraft.

Klappentext

"Wo Licht hinfällt, da entsteht auch Schatten...Hell und Dunkel bedingen einander, gehören zusammen." Ebenso verhält es sich - um in Jungscher Terminologie zu sprechen - mit Persona und Schatten, unseren bewussten und ins (rechte) Licht gerückten Persönlichkeitsanteilen bzw. ihrer unbewußten, verdrängten Kehrseite.


Verena Kast hat den Schatten in uns erhellt und ihm seine dunklen Geheimnisse entlockt. So ist er unserem Empfinden nach das Bedrohliche, Unverständliche und Fremde, das wir gern auf andere projizieren und dort bekritteln. Und niemand ist vor Überraschungen sicher, die aus ihm selbst kommen und die nicht selten unangenehme sind. Doch dieses Ungeahnte und Ungelebte wahrzunehmen und zu akzeptieren hält neue, kreative Chancen für unsere Persönlichkeit bereit: Der Schatten wird zur subversiven Lebenskraft. Entscheidend ist dabei, der inneren Stimme Gehör zu verschaffen und für das, was der Schatten birgt, Verantwortung zu übernehmen.



Thanks web for fish &  puppet-pics

ATELIER DES GLÜCKS | Lebendig sein! Animus & Anima!



 KUNST training | coaching | therapie SPIEL


 
ATELIER DES GLÜCKS | Lebendig sein! Animus & Anima! 


Wo sind sie geblieben - die verschiedenen Seiten in mir? Die Lebendigkeit?
Vom Denken - zum Spüren - zum bewusst Werden und anerkennen! 
Oder auch: Die Reise zu Animus & Anima

Teilnehmer-Feedback unter Kommentare 


"Die natürliche Funktion des Animus (der Anima) liegt darin, eine Verbindung zwischen dem individuellen Bewusstsein und dem kollektiven Unbewussten herzustellen ... Animus und Anima sollten als eine Brücke oder als Tor zu den Bildern des kollektiven Unbewussten funktionieren." (C.G.JUNG)



Medien | Materialien im künstlerischen Prozess

Von Postkarten als Inspiration - zu den eigenen HÄNDEN! mit einer Augenbinde! und Mut! - erst eine dann zwei Kerzen - auf rauhem Papier - und dem eigenen SPÜREN - dann mit Wasserfarben - und Pinsel - zu Pipetten - und Strohhalmen, um kräftig zu pusten ...




Impressionen









pics by GG | thanks web for fish & animus&anima-pics

+++ Von Fischen +++ by Gunilla Göttlicher

Fische schwimmen im Wasser hin und her wenn ein Angelhaken kommt denken sie ersteinmal über dessen tieferen Sinn nach Erinnerung an Finnland, 2009