Samstag, 6. April 2013

Palliative Care - Teil 5 | Team & die Kunsttherapie


KUNST training | coaching | therapie SPIEL 




Palliative Care - Teil 5 | Team & die Kunsttherapie


Ein Team wächst zusammen...


Man nehme:
+ ein engagiertes Team
+ kreative Ideen, gemeinsam den Nachmittag/ Abend zu gestalten 
+ Ein Programmpunkt: Künstlerisches Setting mit Moderation (G.G.) 


Materialien: 
Fingermalfarben, Leinwände, Ölmalkreiden, Wachsdecke, Plastikkittel, Plastikhandschuhe etc. 


 


...die Finger leicht in die Farbe gleiten lassen...herausnehmen und auf die Leinwand...schon ist etwas da...entsteht etwas...eine neue Farbe und ... drauf...was entsteht??
Von allen Seiten betrachtet - und alle zusammen...schon kommen Assoziationen, Worte - ein Titel ensteht...nicht zu lange warten (sonst werten wir wieder ab...)...Name und Datum und Titel schnell auf die Rückseite geschrieben...



Titelbeispiele:
*Das RegenbogenFeld*
*Verschwommen Leidenschaft*


FREUDE! 
Alle haben ein WERK...ALLE machen mit...! 
ALLE ZUSAMMEN! 
Einfach TEAM! 


Impressionen 
[mit freundlicher Genehmigung der Photographin Anna Ammeer - DANKE!]



















Dank für die Photos an Anna Ammeer!

Palliative Care - Teil 4 | Kunsttherapie - Doku einer Famulantin


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Palliative Care - Teil 4 | Kunsttherapie - Doku einer Famulantin

Ich hatte das große Glück, für vier Wochen eine wunderbare Assistentin auf unserer Palliativstation gehabt zu haben - eine Studentin der Humanmedizin (Famulatur). 

Sie begleitete mich in zahlreichen kunsttherapeutischen Settings und war mir und den PatientInnen eine wertvolle Begleitung und Unterstützung.  

Ich bat sie, ein ganz besonderes Setting und den einzigartigen Prozess mit einer sehr inspirierenden Patientin in ihren Worten zu beschreiben. 





Die Patientin äußerte die Idee, mit eigens im Klinikumsumfeld gesammelten Naturmaterialien arbeiten zu wollen. Mir fiel dazu gleich die Künstlerin Rebecca Horn ein, die in ihren "bodylandscapes/ Körperlandschaften" lebensgroß auf Papier mit einem dickflüssigen Rotwein malte. 

Als untermalenden Klang des Settings wählte ich die herrlich fließende Musik mit Sopran, Oberton- und Walgesang, die der Komponist Hayden Chisholm eigens für die Installationen von Rebecca Horn komponierte ("In the belly of the whale").  

Gewählte Materialien: Leinwand, Acrylfarbe, Tusche, Holzleim, Naturmaterialien, Wein/rot, Rote Beete-Saft etc. 

Als krönenden Abschluß dieses inspirierenden Settings gestaltete die Famulantin liebevoll ein Fach in der Glasvitrine auf Station. Dies konnte möglich werden, da die Patientin ihr Bild der Kunsttherapie-Sammlung der Station vermachte.   



+


F.G. | 7.3.2013
(Mit freundlicher Genehmigung der Nutzung des Textes von Autorin F.G.)  


Gunilla hatte mit Frau A. ein ganz besonderes Projekt geplant „Malen mit Wein & rote Beete“. [Wein = Shiraz – Lieblingswein von der Patientin, wie sich später herausstellte]. Frau A. freute sich sehr auf die Kunsttherapie und ich durfte sogar an der Kunsttherapie teilnehmen. Da saßen wir nun am kleinen Tisch im Patientenzimmer – Fr. A. und ich in bunten Schürzen, Gunilla farbenfroh gekleidet wie immer. 
 
Wir hörten Musik – ein wenig traurige Musik, aber doch eher ruhig und zur Kunst passend – eine Musik, bei der man sich eben voll und ganz Farben, Pinseln, dem noch weißen Papier [Leinwand Anm. G.G.] widmen konnte.
Fr. A. zeigte uns ihre gesammelten Dinge aus der Natur, die in die Malerei mit Wein und Rote Beete unbedingt mit einfließen sollten. Sie strahlte, als sie verwelkte und nur noch aus dem Gerüst bestehende Blätter aus der Tüte hervorzog. Die Blätter sahen so zerbrechlich aus und so … trist. Nacheinander legte sie einen Krokus, ein Schneckenhaus, Birkenstammteile und vieles mehr auf den Tisch und strahlte/ lächelte über ihre eigenen Entdeckungen + Sammlungen. Fr. A. hatte so großartige Augen – sie hatte so blaue Augen, dass man sich in ihnen verlieren konnte, wenn man wollte. 
 
So fingen wir langsam an zu malen. Fr. A. traute sich zuerst nicht, selbst ans Werk zu gehen und so begann Gunilla. Fr. A. unterstützte sie bei der Wahl der Naturutensilien und der Verlaufsrichtung des Weins, den wir mit einer Pipette auf die Leinwand brachten. Es entstand ein Bild, auf dem ein Pegasus zu erkennen war, gehalten und aufgefangen auf einem Blatt. Fr. A. war fasziniert von diesem Bild und freute sich sehr. Nebenbei gab es immer auch einen Schluck Wein, den sie sehr genoss und Gunilla und ich natürlich auch:) 
 
Nachdem wir drei Gunillas Bild eine ganze Weile betrachtet hatten und man sah, wie die Farbe des Weins sich veränderte, begann nun auch Fr. A. Sie legte ihre Naturutensilien (Birke, Stein) sehr konzentriert auf die Leinwand und legte es immer wieder an eine andere Stelle auf der Leinwand. Ihre ganzen Bewegungen waren sehr zaghaft – immer wieder sollten Gunilla und ich unsere Meinung dazu sagen. Nach ein paar Minuten hatte sie das Stück Birke und den Schieferstein platziert. Nun griff sie zur Roten Beete. Mit der Pipette tropfte sie ganz zaghaft und konzentriert ein paar Tropfen Rote Beete-Saft auf die Leinwand. Die rote Farbe war sehr kräftig – Fr. A. wischte es von der Leinwand, sie wollte es eher etwas blasser haben und nicht so intensiv. 

So entstand ein Bild, welches sehr eindrucksvoll war – dieses Bild stellte ihre Krankheit dar. Man konnte eine Bauchhauptschlagader erkennen, links und rechts von dieser die Nieren und links unten im Bild war ja dieses kleine Birkenstück, welches den Tumor in ihrem linken Bauchbereich darstellte [aus meiner Sicht]. Ich war fasziniert, aber auch geschockt, dass Fr. A. ihre eigene Krankheit auf eine Leinwand gebracht hatte – wissentlich oder unwissentlich – das vermag ich nicht zu sagen. Sie freute sich über ihr geschaffenes Kunstwerk, war aber auch gleichzeitig traurig über den ganzen Verlauf ihrer Krankheit und ihre aktuelle Lebenssituation – wie verständlich. Ich dachte – o.k., nachdem wir nun gemalt haben und unsere Werke bestaunt und interpretiert hatten, würden Gunilla und ich nun wohl weiterziehen zu einem anderen Patienten. So räumten wir also die Malutensilien zusammen, verteilten noch die letzten Tropfen des edlen Rotweins auf die drei Gläser und lauschten den letzten Klängen der Musik. 
 
Da fing Fr. A. auf einmal an von ihrer Familie zu erzählen: Dem Vater – ein Chirurg im 2. Weltkrieg, der nicht nur den deutschen Soldaten half, sondern in der Nacht auch zu den Russen ging (dies galt als Hochverrat), um medizinisch zu Hilfe zu eilen. Er ließ sich sogar von einer Krankenschwester russische Märchen erzählen.
Ihre Mutter war Psychiaterin – eine Frau, die viel Zeit für ihre Patienten opferte. Alles in allem sehr strebsame Persönlichkeiten, die jedoch wenig Zeit für ihre Tochter hatten. 
 
und dann neigte sich die Kunsttherapie dem Ende zu. 
Es war eine unglaublich tolle Erfahrung, die Patientin aus einer anderen, eher emotionalen Sichtweise zu sehen. Frau A. war so selbstbewusst, aber beim Malen dann doch so zaghaft und zurückhaltend. Ich bin mir sicher, sie konnte ganz viel aus diesem Treffen mitnehmen und hoffe, ihr geht es gut. 
Sie hat ein Buch geschrieben, eine Erzählung über die Reise dieser Patientin durch den Sudan. Als ich dies hörte, musste ich mir einfach dieses Buch bestellen – seither liegt es in meinem Rucksack und wird überall mit hin getragen, um ein paar Zeilen zu lesen, egal wo ich bin!!

+++ 

wie es weiterging...


Am 11.04.2013 besuchte uns die Patientin spontan und zu unserer aller Freude auf Station. Ich gab ihr den Text der Famulantin F.G. zu lesen, dann sagte sie mir, ich solle folgende Zeilen von ihr hier noch hinzufügen:



"Aber die Musik war doch gar nicht traurig, für mich war sie Geborgenheit, Ausatmen, Friede, Hingabe, ja, Hingabe..." [Fr. A.]

Weitere Korrespondenz...

"...das war ja eine überrraschung , Deine Post ! Und der gelungene Ausschnitt von meinem bild. Der Ausschnit gefällt mir viel viel besser!!!!!! ein bißchen so hatte ich es mir vorgestellt.---- es war schön Dich auf der Palli zu sehen und danke , dass Du Dir Zeit genommen hast.!!!!!!!!!!es hat mich ganzs schön berührt. Und Du hast mir ein neues Wort geschenckt, statt sterben auflösung. das hört sich viel besser an für mich hat einen anderen Sinn, wirkt nicht so ängstigend. ich habe wieder einen darmvershluss, deshalb werden diese worte nun sehr konkret. sei umarmt und DANKE"  [Fr. A./ Mail | 29.04.2013]

"...das ist ja toll, dass Du soviel über Auflösung gemacht, gemalt, gedacht hast.---- Ich behalte Deine mail gegen meine angst /oder für die angst. Auflösung ist wirklich schön !!!!!!! Ja ich hätte gern die CD mit der Musik, sie wird mich an die Stunde mt dir erinnern. Ich wünsche Dir auch Sonne und Mond und viele Röcke!!!! Die passen so gut zusammen. Sei umarmt" [Fr. A./ Mail | 02.05.2013]


Ich schickte ihr die CD...und fragte nochmal nach, ob sie sie erhalten hätte - das war am 02.05 und auch am 04.05. 2013 ... ich bin mir sicher, sie hat sie noch bekommen und gehört...

 - wie ich kürzlich erfahren habe, ist Fr. A. - meine liebe G. - am 21. Mai 2013 von dieser Welt gegangen und hat sich in die Auflösung begeben. Sie wird mir lebhaft und lebendig in Herz&Gedächtnis bleiben! 

Ihr Buch wird von mir bei jeder passenden Gelegenheit - und erst neulich wieder bei einer Patientin - gezückt und eine Passage daraus vorgelesen...

Link zu Rebecca Horns Werken, untermalt mit der Musik von Hayden Chisholm 
(Retrospektive im Martin-Gropius-Bau, Berlin 2006/7, u.a. mit In the belly of the whale
Rebecca Horn & Hayden Chisholm


Impressionen 















*Mein besonderer Dank geht an die Patientin Fr. A. und an die Famulantin F.G. für ihr Dasein und Mitmachen, für die wertvolle Beschreibung eines einzigartigen Settings, Photos uvm.*

Photos: F.A. & me



Montag, 14. Januar 2013

BuchTIPP | Alice Miller - Das Drama des begabten Kindes


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BuchTIPP
Alice Miller - Das Drama des begabten Kindes
und die Suche nach dem wahren Selbst (edition suhrkamp 1979/ Neufassung 1994)





"Wenn ich alle die Gefühle und ihren qualvollen Widerstreit auf ein Grundgefühl zurückführen und mit einem einzigen Namen bezeichnen sollte, so wüßte ich kein anderes Wort als: Angst. Angst war es, Angst und Unsicherheit, was ich in allen jenen Stunden des gestörten Kinderglücks empfand: Angst vor Strafe, Angst vor dem eigenen Gewissen, Angst vor Regungen meiner Seele, die ich als verboten und verbrecherisch empfand"
 Hermann Hesse


WARNUNG!
"Wer sich nicht scheut, wachgerüttelt zu werden, wird an diesem Meilenstein nicht unbeteiligt 
vorbeigehen können."
Luzerner Neueste Nachrichten  


Mein persönlicher Fokus | Neid
Da mich das Thema Neid - Lebensneid - Konkurrenz schon lange beschäftigt, möchte ich hier das mir sehr wertvoll und wesentlich gewordene Buch "Das Drama des begabten Kindes" von Alice Miller vorstellen. Mir hat es bereits dabei geholfen, in der Tiefe das Phänomen des Selbstverlustes und des folgenden Neides besser begreifen zu können. Ebenso bin ich von der Wahrheit der Worte tief berührt, ob der Aufarbeitung meiner Geschichte und der meiner Mitmenschen. Ich werde dieses Buch sicher noch öfters lesen und empfehle es jeder/m, die/der den Mut hat, sich der eigenen wahren Geschichte und damit der eigenen Authentizität (dem wahren Selbst) stellen zu wollen...

 Die Rechte der Kinder
Um Neid geht es in diesem Buch nicht in erster Linie, doch es erklärt ihn auf eine besondere und verständliche Weise. Alice Miller setzte sich ihr Leben lang für die Rechte der Kinder ein, und beschrieb in zahlreichen Büchern, wieviel Leid Kindern von ihren Bezugspersonen zugefügt wurde, ohne dass diese adäquat zur Rechenschaft gezogen wurden und heute noch werden. 


 Alice Miller mit ihrer Kunst im Hintergrund

Vielmehr im Gegenteil wurde das Kind und sein Verhalten durch die v.a. Freudsche Psychoanalyse überstark sexualisiert, und die Eltern durch die Triebtheorien von ihrer Verantwortung dem Kind gegenüber nahezu freigesprochen. Ebenso prangert Alice Miller die weiterhin fortbestehende Idealisierung der Mutterliebe an, die scheinbar alle "Entmystifizierungstendenzen unserer Zeit" überdauert hat.


 Ursprünge des Selbstverlustes beim Kinde
Alice Miller beschreibt, inwieweit Kinder von ihren oftmals emotional sehr bedürftigen und unsicheren Müttern für ihre Zwecke unbewusst "mißbraucht" werden. Die bedürftigen Mütter, selbst ihrer bedürftigen Mutter entronnen und einst als Kind "verfügbar", sehen in ihrem Kind endlich ein Wesen, dass von ihnen vollständig abhängig ist und dass sie nach ihren Vorstellungen "formen" und "erziehen" können. So kann sie sich die langersehnte Rücksicht und v.a. Respekt verschaffen. Miller schreibt, dass die Mutter ihr Kind "narzißtisch besetzt". 
Sie wollen es evtl. besser machen, wie noch ihre Mütter und auch Großmütter vor ihnen, wollen ihr Bestes geben, was jedoch nur allzu häufig dann doch dem altbekannten Muster entspricht, welches sie in frühester Kindheit gelernt haben. Das Muster wird - wenn es unaufgearbeitet bestehen bleibt - einfach wiederholt. So kann es von Generation zu Generation weiter bestehen bleiben, ohne dass eine Veränderung der Situation eintreten kann.  Ebenso verhält es sich mit Erinnerungen an die früheste Zeit im eigenen Körper, welcher alle Erfahrungen der Vergangenheit in sich aufgenommen hat, welche sich später als Somatisierungen jeder Form und Härte zeigen können (siehe dazu Alice Miller: Die Revolte des Körpers, 2004; http://www.alice-miller.com/bucher_de.php?page=11)

 Dieses Buch betrifft jede/n
Dieses Thema betrifft wahrscheinlich mehr Menschen, als der leicht abschreckende Begriff der narzißtischen Persönlichkeit und Narzißmus im Allgemeinen vielleicht den Anschein hat. Im Kern mag es vielleicht sogar jeden treffen und berühren, denn was es in diesem Buch zu Lesen gibt, ist menschlich und handelt von Grundbedürfnissen und Gefühlen wie u.a. der großen Angst, nicht mehr geliebt zu werden, wenn wir nicht dem entsprechen, was von uns verlangt wird (Angst vor Liebesverlust). 


"Im Grunde war die nach außen so gut funktionierende Mutter beim eigenen Kind selbst ein Kind geblieben." (Miller, S. 66)



Das Kind wiederum - vollständig abhängig von der Mutter - richtet seine narzißtischen Bedürfnisse an sie, die jedoch nicht gehört und gesehen werden können, da die Mutter ausschließlich mit sich und ihren eigenen Bedürfnissen v.a. nach einer Spiegelung beschäftigt ist. Es erfährt von der Mutter daher keine Spiegelfunktion, um ein wirkliches Selbst entwickeln zu können. 

"Es selbst bleibt ohne Spiegel und wird in seinem ganzen späteren Leben vergeblich diesen Spiegel suchen" (Miller, S. 60)

  Sehr bald steckt es seine eigenen grundsätzlich narzißtisch-symbiotischen Bedürfnisse, v.a. aber die eigene lebendige Gefühlswelt zurück und entwickelt sie so nicht mehr weiter. Besonders emotional begabte Kinder sind die Leidtragenden in diesem Beziehungs-Drama. Es richtet sich nach der Mutter aus, wandelt sich so, wie es von der Mutter gerne gesehen wird. Es entwickelt eine, nach Miller, "Als-ob-Persönlichkeit", die nicht dem eigenen Selbst, aber einem "Ich" entspricht, das der Mutter gefällt und die Mutter "spiegelt" - nicht aber das Kind in seinem besonderen So-Sein. Ein konstruiertes Ich entsteht, ausgerichtet an dem, was es als liebenswert erkennen kann.

 Depression versus Grandiosität
Das führt beim Älter-Werden dazu, dass das Subjekt die eigene gefühlvolle Seelenwelt und damit seine Lebendigkeit nicht leben kann. Da es "begabt" d.h. sensibel und einfühlsam ist, hat es über die Zeit seine v.a. kongitiven Fähigkeiten aber auch andere vielfältige Talente, sich gesellschaftlich in ein gutes Licht zu stellen, hervorragend entwickelt, so dass es gut an das Leben angepasst sein kann. Leider ist es aber so, dass durch die Nicht-Entwicklung des Selbst auf der einen Seite eine große Leere empfunden wird, die sich in Depression zeigen kann und auf der anderen Seite eine Art illusionäre Grandiosität durch die eigenen vorzeigbaren Talente entwickelt wird, die es über alle dunkleren Momente des Lebens mit besonderer Brillianz "erhebt". Der "Absturz" nach den grandiosen Phasen ist umso tragischer, da sich schnell wieder die abgewehrte Leere zeigen kann. Ein circulus vitiosus entsteht.

"Gehört nicht die Mutterliebe zu den 'geringsten' aber auch unentbehrlichsten Dingen im Leben, die viele Menschen - paradoxerweise - mit dem Verzicht auf ihre Lebendigkeit bezahlen müssen?" (Miller, S. 53)

Die unbewusste Re-Inszenierung des eigenen Selbstverlustes
Das frühe Drama des Selbstverlustes des nunmehr erwachsenen Kindes wird in seinem Leben in den verschiedensten Situationen unbewusst "re-inszeniert", so dass es immer wieder Versagungen und mißliche Lagen erfährt, die oftmals viel Leid auslösen, aber ohne Aufarbeitung der eigenen Geschichte sich nicht auflösen lassen und ein Leben lang fortbestehen können.   

"Im ganzen späteren Leben dieses Menschen werden von ihm unbewusst Situationen inszeniert, in denen diese damals nur im Ansatz vorhandenen Gefühle aufleben können, aber ohne dass der ursprüngliche Zusammenhang verständlich wird." (Miller, S. 26) 

Über Neid...
Neid ist ein wesentliches Symptom von mehreren Symptomen, die bei narzißtisch geprägten Persönlichkeiten oftmals und verstärkt auftreten. Es erklärt sich aus der schnell empfundenen Leere der Selbstlosigkeit, wenn das Subjekt mit jemandem konfrontiert wird, der sich etwas Lebendiges/ Authentisches bewahrt oder sich im Laufe seines Lebens erarbeitet hat. 


Alice Miller | Kunst


Dazu Alice Miller, S. 78 f.:  

Grandiosität versus Depression = inneres Gefängnis
Der Grandiose: empfindet sich als das gelungene Kind der Mutter (der Held-Typ)
Der Depressive: empfindet sich als das mißlungene Kinder Mutter (der Versager-Typ)

Gemeinsamkeiten:

1. ein falsches Selbst (Winnicott)/ Als-ob-Persönlichkeit (Miller) - hat zum "Verlust" des   
 möglichen Selbst geführt
2. Brüchigkeit der Selbstachtung (keine Sicherheit über das eigene Fühlen/ Wollen)
3. hohes "Ich-Ideal", daraus folgend übermäßiger Perfektionismus
4. Verleugnung der verachteten Gefühle (der fehlende Schatten im Spiegelbild)
5. Überwiegen von narzißtischen Objektbesetzungen
6. große Angst vor Liebesverlust/ große Anpassungsbereitschaft
7. Neid (auf die Gesunden)
8. starke (abgespaltene), nicht neutralisierte Aggressionen
9. Anfälligkeit für Kränkungen
10. Anfälligkeit für Scham- und Schuldgefühle
11. Ruhelosigkeit

Was eine Aufarbeitung der eigenen wahren Kindheitsgeschichte bewirken kann...
Die Befreiung von der Depression und damit von dem eigenen Selbstverlust bewirkt, nach Miller, nicht eine fortwährende Fröhlichkeit oder eine andauernde Abwesenheit von Leiden, sondern vielmehr die Möglichkeit, spontan auftretende Gefühle authentisch und lebendig leben und integrieren zu können. Sie offenbaren, nach Miller, die ganze Skala des Menschlichen, und schließen auch Gefühle/ Affekte wie Neid, Eifersucht, Wut, Empörung, Habgier, Verzweiflung und Trauer mit ein.  

"Die Fähigkeit zu trauern, d.h. auf die Illusion über die eigene 'glückliche' Kindheit zu verzichten, gibt dem Depressiven seine Lebendigkeit und Kreativität wieder und kann den Grandiosen [...] von den Anstrengungen und der Abhängigkeit seiner Sisyphos-Arbeit befreien" (Miller, S. 94). 

Die unbewussten unaufgearbeiteten Inhalte bleiben unverändert und damit zeitlos bestehen - der Schlüssel zur Veränderung liegt im Bewusstwerden der eigenen Wahrheit... 

"Das Paradies der präambivalenten Harmonie, auf das so viele Patienten hoffen, läßt sich nie erreichen. Aber das Erleben der eigenen Wahrheit und das postambivalente Wissen um sie, ermöglicht, auf einer erwachsenen Stufe, die Rückkehr zur eigenen Gefühlswelt - ohne Paradies, aber mit der Fähigkeit, zu trauern." (Miller, S. 32) 

Alice Miller | Kunst


Über Alice Miller | Klappentext Buch
A.M. studierte in Basel Philosophie, Psychologie und Soziologie. 20 Jahre lang arbeitete sie als Psychoanalytikerin, bevor sie sich 1980 entschloß, ihre Praxis und Lehrtätigkeit aufzugeben, um über die Ergebnisse ihrer Kindheitsforschungen zu schreiben. Sie starb am 14. April 2010 im Alter von 87 Jahren. 


Weiterführender Link:  | Alice Miller website
 http://www.alice-miller.com/index_de.php


Begriffe im Buch: 
+++ Selbstverlust + Selbstfindung + Depression + Grandiosität + gesunder Narzißmus + die narzißtische Störung + Analyse + Abwehrmechanismen + Neid + narzißtische Besetzung + Anpassung des Säuglings + Reinszenierungen + Verfügbarkeit des Kindes + falsches Selbst (Winnicott) + Als-ob-Persönlichkeit (Miller) + partielle Tötung von Möglichkeiten/ Lebendigkeit + Permanenz der Bindung + trial & error + Angst vor Liebesentzug + wahres Selbst + Übertragung + Verwahrlosung + Annahme der eigenen Wahrheit + Trauer über das Vermißte + Ichideal + Narzissos + Depression und psychosomatische Leiden + Freiheit/ Lebendigkeit + introjizierte unbewusste Verachtung + ödipale Gefühle + Demütigung + narzißtische Wunde + Wiederholungszwang + Zwangsneurose + Perversion + Regression + Das Verdorbene/ das Böse/ Grausamkeit + Hörigkeit + Kreativität + Trauerarbeit + Vergeltungswünsche etc.pp +++ 
 



pics: thanks web! 

Freitag, 23. November 2012

Der Notfallkoffer | Aktiv werden bei angstvollen Flashbacks


KUNST  training | coaching | therapie  SPIEL 



Der Notfallkoffer | Bewusst aktiv werden bei angstvollen Flashbacks


Idee
In Situationen, in denen Du Angst/ Panik und damit die Wiederbelebung Deiner Traumata (Flashbacks) erfährst, kannst Du etwas für Dich tun - es ist Übungs- und Erfahrungssache, wie gut der "Notfallkoffer" bei Dir "greifen" kann. 


üben üben üben 


 Übe das Malen/ Riechen/ Schmecken, wenn es Dir gut geht, so dass Du in der Extremsituation schnell reagieren kannst. So kannst Du aktiv etwas für Dich und Dein bewusstes Wohlgefühl tun. Der Notfallkoffer spricht unsere wesentlichen Sinne an wie Sehen/ Anfassen/ Schmecken/ Riechen. 

Im sog. Notfall/ Flashback greife bewusst in Deine gepackte Tasche, fange an zu malen (Mandalas ausmalen - sich Raum nehmen...) - nehme den Duft zur Hand, um daran zu riechen, das Bonbon, um zu schmecken, Creme, um die Hände zu spüren ...etc. 

Viel Freude beim Übenübenüben...:)
wünscht Gunilla Göttlicher | praxis für ästhetische erfahrung 


 Mandala - Rosettenfenster Kathedrale von Leon  

Inhalt
Der "Notfallkoffer" besteht aus Dingen, 

die Du stets mit Dir tragen und nutzen kannst...







+  Haptik/ Visuell: Buntstifte/ hölzern 
(z.B. Dicke weichere Buntstifte von Lyra)


+ Kopien/ Malblock von Mandala-Bildern zum Ausmalen - mehr zu Mandala/ siehe unten

Beispiele: http://www.amazon.de/Mandala-Malblock-ausgew%C3%A4hlte-Mandalas-West-Mitte/dp/3893210768/ref=sr_1_7?ie=UTF8&qid=1353665352&sr=8-7

Mandalas zum Herunterladen

http://www.soziologie-etc.com/ps/Dahlke_mandalas-zum-meditierenden-ausmalen-D.html

+ Geruch:
Lieblingsduft (Parfum-Probe etc.)

+ Anfassen:
LieblingsHandCreme (kleine Packung)

+ Geschmack:
Lieblingsschokoriegel/ Bonbon

+ evtl.
Lieblingsgedicht/ Zitat (als Text/ Ausdruck) -
z.B. Um sich selbst zu erkennen, muss man handeln | Albert Camus


+ Zur Begleitung eine Achtsamkeitsübung (als Text/ Ausdruck)


Bei jeder Tätigkeit kann man achtsam sein, 
in dem man sich voll auf die eine Sache konzentriert 
und im Körper nachspürt, was man dabei fühlt.
* Wie fühlt es sich an, die hölzernen Buntstifte in den Fingern zu spüren? 
* Wie fühlt sich das Papier an, auf dem die Stifte entlanggleiten? 
* Beschreibe den besonderen Geruch des Parfums? 
* Wie fühlt sich das Eincremen mit beiden Händen und Deiner Creme an?
Versuche genau zu Spüren und auch zu Beschreiben...







Das Wort Mandala ...
(Sanskrit, n., मण्डल, maṇḍala; tib.: དཀྱིལ་འཁོར།, dkyil 'khor) bedeutet so viel wie Kreis und bezeichnet ein kreisförmiges oder quadratisches symbolisches Gebilde mit einem Zentrum, das ursprünglich im religiösen Kontext verwendet wurde. [...]

In vielen Kulturen, insbesondere im Bereich des Buddhismus und Hinduismus, wurden und werden Mandalas zu religiösen Zwecken benutzt, als Symbol bei Riten und (nach Ansicht von Carl Gustav Jung) als Darstellung eines Archetypus.
Mit dem Buddhismus fand das Mandala als Meditations-Objekt, von Indien und Tibet ausgehend, Verbreitung in ganz Ostasien. [...] - Auszug aus: Wikipedia/ Mandala




Tibetisches Sandmandala/ Buddhistisch



Kalachakra - Mandala/ Buddhistisch


thanks web for pics

Freitag, 14. September 2012

Event | Patientinnentag des Brustzentrums


 KUNST  training | coaching | therapie  SPIEL



Event | Patientinnentag des Brustzentrums
im Palais der Kulturbrauerei | Berlin 


*Programmpunkt
Kunst-therapeutische Performance
"Fang' da an, wo Du bist!"  - Kunst-Welten!
Mit: GS (Psychologin/ Psychoonkologin) & GG (Kunsttherapeutin/ Klangkünstlerin)

siehe dazu auch:  Event & Performance | Onkologisches Symposium
http://gunillagoettlicher.blogspot.de/2013/06/event-performance-onkologisches.html

*

Zutaten - man nehme...

+ eine inspirierte & mutige Kollegin, die etwas Neues ausprobieren will...
+ eine herrliche Poesie nach eigener Wahl
+ Sound-Design - speziell hierfür designt von Leo Auri* (siehe Link-Info unten)

+ ein Lust-machendes Bühnenambiente
+ Mal-Utensilien
+ Freude! 
+ TeilnehmerInnen, die am künstlerischen Prozess teilhaben wollen - aktiv wie passiv! 
(speziell für die Aktiven: Ein Rosa Heftchen für eigene Gedanken...) 



*Kontakt - Leo Auri: http://leoauri.com/
*Klangteppich/ Arp: http://mondblume.bandcamp.com/album/anspannung-entspannung

 

Aus Bühnenambiente, Gedicht & Klang entsteht ein phantastisches Gemälde, 
mit dem schönen Titel - den eine Teilnehmerin gefunden hat - 

"Die Wurzeln des Lachens" ! 

"Keine andere Atmosphäre, kein anderes Licht, kein anderer Raum, keine anderen Menschen, kein anderes Gedicht und keine andere Musik zu dieser Zeit hätten dieses Bild mit beeinflussen können. Es war der Moment, der viele Faktoren in diesem Bild vereinigt und für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar. Solch ein Bild ist vorher nicht entstanden und wird später nicht entstehen - es sind "Die Wurzeln des Lachens" in diesem Augenblick. Aus dem Nebel taucht ein Schwan auf und zieht seinen Weg im Mondlicht (vor langer Zeit schwammen zwei Schwäne auf dem Neckar und ich fühlte die Liebe)."
G. Schiller | Malerin des Bildes





Weitere aufgeschriebene Gedanken & Assoziationen der TeilnehmerInnen

"Insel - wunderschöne Lichtung umgibt mich - der Sternenhimmel von Thailand - Sterne wie Brillanten - Oh, der große Wagen ist verkehrt herum - alles ist so laut um mich herum - Schrei - was passiert mit mir - Veränderung wird sichtbar - wer hilft mir? - Aber es gibt ein Licht am Ende - ich schaffe das zur Not auch allein. - Aber das brauch' ich nicht. - Endlichkeit - was mache ich daraus? Jetzt will ich leben - Anders - aber wie? - Nein, der Himmel hat mich noch nicht. Noch nicht? Mein Herz klopft - hörst Du es?"  | D.O.

"Liebe - Segen - Engel - Weite - Puls - Suche - langes Suchen - im Licht - Sucht - Mitnahme - Hände, Finger, Berührung - Duft so schön - Herztropfen - Traurigkeit - immer weiter" | anonym

"Wie ich und meine Gedanken - bin wie die Blume auf der Wiese, sich bewegend im Wind - Gleichklang zwischen Himmel und Erde - Jetzt verliere ich mich! - Nacht und Tag verschwimmen - Die Wiese lebt! bis in die Nacht. - Fantasiereise auf eine Wiese - Ein Bild zum Schmunzeln - [...] - lass' es wirken..."| anonym


+

Poesie | von Hans Arp
gefunden im Gedichtband  | Blau, die himmlische Farbe: Texte und Bilder (Insel Bücherei) von Gisela Linder 

*Passend dazu - zum Nachhören & Herunterladen - mondblume-Album "Anspannung | Entspannung" http://mondblume.bandcamp.com/album/anspannung-entspannung



Die Locken der Erde zerflattern

Mein Herz wächst und weitet sich.
Es schweift über die Wiese der Sterne zwischen unzähligen
Sternen.
Unter mir blüht es blauer und blauer.
Über mir blüht es blauer und blauer.
Zarte Sterne schlagen ihre Wurzeln in mich.
Ich höre gurren, flüstern, klingen.
Es hallt und widerhallt.
Es tönt jetzt schillernd und verklingt in das blendende Gold der
Höhe und der Tiefe.

Das Gold wird andächtig singendes Blau.
Töne spiegeln sich ins Unendliche wider.
Öffnet der Frühling endlich sein lichtes Auge für immer?
Tiefe und Höhe lächeln sich selig an.
Sie sind ein wundersam spielendes Paar.
Sie sind Tag und Nacht zugleich.
Eine Lerche steigt trillernd durch mich.
Blumenfunken stäuben durch mich.
Die Locken der Erde zerflattern.
Ich schreite leicht und schnell durch schneeweiß duftende
Wolkenblumen.
Ich schwebe über lichte, ländergroße Blumenblätter.



Impressionen 












*




Entdeckungen im Bild "Die Wurzeln des Lachens"

Schwan


...zur Schwanenmedizin...
"[...] Der Schwan bringt die Medzin zur Verwandlung der Seele in ihren ursprünglich reinen Zustand. Er führt dich in den tiefen Kontakt mit der unsterblichen Seite in dir. Er vermittelt dir Schönheit, Feingefühl, Anmut und Grazie und lehrt dich damit, diese Kräfte in deinem Leben zu entfalten und in den Dingen zu sehen. Er bringt dir bei, wie du dich über dich selbst freuen und dich selbst lieben kannst [...]."

 Aus: Krafttiere begleiten dein Leben - S. 307, Jeanne Ruland


Torso einer weiblich-runden Frau 
hier: Venus von Willendorf



"[...] Genau dazu ist Geschichte da. Sie erinnert uns daran, dass das, was ist, auch ganz anders sein könnte. Die Beschäftigung mit der Geschichte reißt uns aus der Selbstverständlichkeit unserer Gegenwart. Einer der schönsten Sätze von Alexander Kluge lautet: "Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit." Diesem Angriff zu begegnen, ihn scheitern zu lassen, uns den eigenen Kopf nicht nehmen zu lassen von den Vorurteilen unseres Zeitalters, dafür beschäftigen wir uns mit Geschichte. Dass es dabei nicht nur um den Kopf, sondern auch um niedrigere Sinne geht, das wird uns klar angesichts der Venus von Willendorf." | von A. Widmann/ 24.01.2009



*


Was entdecken Sie? | Was entdeckst Du?
...es kommt immer mehr, wenn man sich Zeit nimmt für ein Bild...


*


 Feedback der TeilnehmerInnen des Events

 geschrieben auf ein Rosa Heftchen
"Vielen Dank für diese tolle Performance." | D.O. am 12.09.2012 

Für die Gesamtveranstaltung...
"Liebe Schwester H.,
 ich möchte mich recht herzlich für die sehr gelungene gestrige Veranstaltung in der Kulturbrauerein bei allen an der Vorbereitung und Durchführung Beteiligten bedanken!
Sie hat mir sehr viel gegeben, da sie alles hatte, was man sich für eine solche Veranstaltung nur wünschen kann: Viel Information, abwechslungsreiche Themen, gute Gespräche, die Mut machen, viel Herzlichkeit, die einem vermittelt, nicht allein zu sein.
 Was könnte man besser machen? Ich weiß es nicht! Und darum wünsche ich mir einfach, dass Sie so weitermachen! Ich komme gerne wieder!
 Mit freundlichen Grüßen M.M."

 *

DANKE!

Mein besonderer Dank geht an G.S. und H.L.,
das Team des Brustzentrums und besonders an den Leiter des Brustzentrums, 
Chefarzt Prof. Dr. med. M.U.!

Danke für Ihre Offenheit, Neues zu wagen! 

Herzlich, Ihre G.G.

pics by team/ Brustzentrum & thanks web for pics (fish, swan etc.)

+++ Von Fischen +++ by Gunilla Göttlicher

Fische schwimmen im Wasser hin und her wenn ein Angelhaken kommt denken sie ersteinmal über dessen tieferen Sinn nach Erinnerung an Finnland, 2009